Korb bekommen

Egal, ob man sich einen Korb holt, einen bekommt, durch einen fällt oder einen gibt. Diese Bezeichnung (Korb, “einen . kriegen”) steht für die Beendigung einer möglichen Liebesbeziehung bevor sie überhaupt begonnen hat. Denn obwohl von der einen Seite hohes Interesse am Gegenüber besteht, ist die andere Seite alles andere als angetan und gibt umgangssprachlich einen Korb.

Wenn vor einigen Jahrhunderten jemand einen Korb bekam, war das noch nicht so problematisch. Fiel er allerdings durch, waren sämtliche großen Liebesvorhaben zerstört. Im Mittelalter gab es nämlich den Brauch, dass ein umworbenes Fräulein aus einem Fenster herab einen Korb hinunter zum Freier ließ, um ihn dann zu sich hochzuziehen. Wollte sie ihm jedoch keine Zuneigung geben, dann gab sie ihm einen Korb mit lockerem Boden, sodass der Werbende durchfiel. Auch in den Erzählungen der Gebrüder Grimm ist dies beschrieben.

In Frankreich gab es den „corbeille marriage“ (Heiratskorb) der für die Liebste als Brautgeschenk gedacht war. Wurde dieser Korb zurückgegeben, waren auch die Heiratspläne dahin. In einigen Gegenden wurde auch ein Korb als Zeichen, dass das Werben aussichtslos sein würde an das entsprechende Haus gehängt. Dies gilt ebenfalls als mögliche Herkunft des Sprichwortes (Korb, “einen . kriegen”). Im hohen Norden Deutschland nahm man dafür allerdings auch eine Schaufel, sodass dort das Sprichwort „Eine Schaufel bekommen.“ ebenso üblich ist.



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